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(signierte Ausgabe) Die Macht der Trommeln

(signierte Ausgabe) Die Macht der Trommeln

(Fan-Edition, signierte Ausgabe)

Petra Schaeber:

Die Macht der Trommeln 

Salvador/Bahia– afro-brasilianische Kultur und "Rassen"beziehungen  

September 2006, 250 Seiten, 65 Abbildungen 

ISBN 978-3-936068-97-9

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25,00 €

Die Blocos Afros, Karnevalsgruppen aus Salvador/Bahia im Nordosten Brasiliens, haben entscheidende Bedeutung für den Aufbau einer neuen schwarzen Identität im Land mit der größten dunkelhäutigen Bevölkerung weltweit nach Nigeria: In den letzten 20 Jahren sind sie in ganz Brasilien zur Avantgarde der Afro-Brasilianer geworden im Kampf gegen den Rassismus. Musikalisch und ästhetisch bieten sie neue Identifikationsmuster an, die sich sowohl an den afrikanischen Wurzeln als auch am globalen schwarzen Universum orientieren - von den afrikanischen Göttern bis zu Nelson Mandela und Bob Marley.
Kinder und Jugendliche lernen in den Projekten der Blocos Afros nicht nur Trommeln und Tanzen, sondern auch Englisch, einen Computer zu bedienen, oder machen berufsvorbereitende Kurse, wie sie das formale Bildungssystem nicht anbietet. Dem herrschenden weißen Ideal der brasilianischen Gesellschaft setzen sie eine neue schwarze Kultur und Ästhetik entgegen. Die Blocos Afros sind ein Beispiel für die Integration marginalisierter Gruppen durch die Kultur in die brasilianische Gesellschaft.


"Spätestens seit das brasilianische Percussion-Projekt Olodum aus Salvador/Bahia einen Videoclip mit Michael Jackson produziert hat, ist die Musik der Blocos Afros weltweit bekannt geworden. Petra Schaeber gibt in ihrer gut recherchierten und gut geschriebenen Studie einen tiefen Einblick in die dahinter stehende afrobrasilianische Kultur. Ebenfalls erfährt die Leserin Einiges über die Religion des Candomblé, die auf die afrikanische Religion der als Sklavinnen und Sklaven verschleppten Menschen zurückgeht. En Detail beschreibt sie dann die verschiedenen Blocos des bahianischen Karnevals und insbesondere natürlich Olodum. Die Stärke des Buches besteht in den anschaulichen Beschreibungen von Zeremonien und Umzügen, die Schaeber, die seit langem in Salvador lebt, besucht hat – fast hat man den Eindruck, selbst dabei zu sein. Ein wirklicher Tipp für alle, die sich für Brasilien, für afrobrasilianische Musik und für Karneval interessieren, und auch eine gute Vorbereitung für Brasilienreisende!"
http://www.antjeschrupp.de/newsletter.htm


"Dank exzellenter Insider-Kenntnisse (die Autorin lebt und arbeitet in Salvador) breitet sich dem Leser auf mehr als 250 Seiten ein faszinierender Blick hinter die Kulissen afro-brasilianischer Kultur und 'Rassen'-Beziehungen auf. Wer sich für Carnaval, Capoeira und Candomblé näher interessiert, liegt mit 'Macht der Trommeln' genau richtig." Frank Keil, in: BRAZINE Berlin


Rassismus in Harmonie
45 Prozent der Brasilianer geben ihre Hautfarbe mit schwarz oder dunkel an. Von ihrer Kultur, ihrer Diskriminierung und besonders von ihrem politischen Karneval in Bahia erzählt Petra Schaeber in ihrer vielschichtigen Studie "Die Macht der Trommeln".

"Do you have blacks, too?" Diese Frage stellte nicht der deutsche Bundespräsident Heinrich Lübke in den 60er Jahren. Nein, mit ihr verblüffte im Jahr 2002 der US-Präsident George Bush seinen brasilianischen Amtskollegen Fernando Cardoso.
Diese Anekdote in Petra Schaebers Studie "Die Macht der Trommeln" illustriert anschaulich, wie wenig über die Zusammensetzung der brasilianischen Gesellschaft bekannt ist – und das gilt nicht nur für George Bush. Nach Nigeria ist Brasilien das Land mit dem höchsten schwarzen Bevölkerungsanteil. Im Jahr 2000 waren mehr als 76 Millionen der 170 Millionen Einwohner Brasiliens schwarz. 45 Prozent aller Brasilianer gaben bei der Volkszählung im selben Jahr ihre Hautfarbe mit schwarz ("preta") oder dunkel ("parda") an.
Gleichzeitig ist Brasilien ein Land mit eklatanten sozialen Kontrasten. Der Unterschied zwischen dem hochindustrialisierten Südosten, etwa der Region São Paulo, und den wirtschaftlich unterentwickelten ländlichen Gebieten im Nordosten ist so groß wie der zwischen Mitteleuropa und einem Entwicklungsland. Das soziale Gefälle zwischen den reichsten und ärmsten Brasilianern ist unvorstellbar.
Zahlen und Fakten dazu durchziehen die Studie von Petra Schaeber, die in Salvador de Bahia im brasilianischen Nordosten als Volkswirtin und Brasilianistin arbeitet. Sie wartet mit einem differenzierten Geschichtsbild auf und wagt einen Blick auf die komplexen Gesellschaftsstrukturen der Gegenwart.
"Die Macht der Trommeln" ist jedoch nicht nur für Wissenschaftler interessant, das Buch zeichnet ein überaus lebendiges Bild von einem Land, deren Bürger trotz aller Missstände offen für eine bessere Zukunft sind.
In der Vergangenheit wurde Brasilien oft als "Rassendemokratie" charakterisiert: Die Nachfahren europäischer Einwanderer, die indianischstämmige Bevölkerung und die Nachkommen afrikanischer Sklaven hätten also über alle Widerstände hinweg miteinander zu leben gelernt. "Ich würde diese Ansicht weiterhin teilen", erklärt Petra Schaeber. "Es gibt nicht die offenen Konflikte, wie sie etwa in Ländern aufgetreten sind, die segregiert waren. Dennoch existiert hinter dem harmonischen Miteinander in Brasilien sehr wohl eine Form von subtiler rassistischer Diskriminierung, die zutage tritt, wenn es um ökonomische Verteilung und um Bildungschancen geht." So wird in Stellenanzeigen in Brasilien stets "boa aparencia" gefordert, gepflegtes Äußeres, was mit einem europäischen Erscheinungsbild und heller Hautfarbe gleichgesetzt wird. Da mute es besonders seltsam an, so Schaeber, wenn in einer großen deutschen Tageszeitung andererseits ein Aktienhoch an der Börse von São Paulo mit dem Foto einer dunkelhäutigen Sambatänzerin bebildert werde.
Zentral für "Die Macht der Trommeln" sind die vielfältigen Ausformungen der afrobrasilianischen Kultur. In "langsamen Kamerafahrten" umkreist die Autorin ihre Themen. So untersucht sie etwa den Karneval als Spiegel der brasilianischen Gesellschaft, in dem für kurze Zeit die Trennlinien der Gesellschaft überwunden scheinen, aber auch alte Traditionen bewahrt bleiben. So etwa in der Hafenstadt Salvador de Bahia. Sie ist eine der Hochburgen des brasilianischen Karnevals, 80 Prozent der Einwohner sind dort Schwarze. Salvador war ein Zentrum für den Handel mit Sklaven, die im Zuckerrohranbau in den klimatisch schwierigen nordöstlichen Regionen ausgebeutet wurden.
Der Karneval in Bahia ist eine Überlebensstrategie der afrobrasilianischen Bevölkerung. Bereits in den Jahren der brasilianischen Militärdiktatur, zwischen 1964 und 1985, fand eine Reafrikanisierung des Karnevals statt. Nur durfte damals darüber nicht öffentlich berichtet werden. Unter dem Eindruck der Black-Power-Bewegung in den USA, mit Hilfe der musikalischen Bezugsgrößen Soul und Funk, setzten Mitte der Siebzigerjahre auch in Bahia Proteste gegen die rassistische Benachteiligung im Alltag ein. So bildeten sich afrobrasilianische Karnevalsvereine, die so genannten Blocos Afros. Der bekannteste Bloco Afro, Olodum, wird von Petra Schaeber porträtiert.
Aus dem Karnevalsverein der ehemals marginalisierten Gettobewohner von Salvador hat sich im Laufe der Zeit ein florierendes Kulturunternehmen mit Arbeitsplätzen und Ausbildungschancen für Jugendliche ergeben. Diese Entwicklungslinien gibt die Autorin nicht unkritisch wieder. Sie schreibt aber auch, dass man sich in Europa mit den brasilianischen Erfahrungen von Rassismus oder Gettoisierung und den immer größer werdenden sozialen Gegensätzen vermehrt auseinander setzen sollte. Julian Weber in: die tageszeitung vom 10. Februar 2007


"Petra Schaeber hat über die afro-brasilianische Kultur und die 'Rassenbeziehungen' promoviert und aus ihrer Dissertation ist das Buch 'Die Macht der Trommeln' hervorgegangen. Die Autorin hat es dabei verstanden, ihre wissenschaftliche Untersuchung überraschend lebendig aufzubereiten. Schaebers Arbeit ist ein spannender Beitrag zum Verständnis von Rassismus und Diskriminierung in Brasilien, der die Zusammenhänge zwischen Kultur und Politik aufdeckt, aber gleichzeitig die Kommerzialisierung dieser Bewegung skeptisch betrachtet." Agnes Enzinger in: matices. Zeitschrift zu Lateinamerika, Spanien und Portugal


Signiert von Petra Schaeber

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